Schule, Meisterschaften und Wettbewerbe

01.01.2026

Der Hirnforscher Henning Beck erklärte einst, Menschen fühlten sich immer dann zu etwas angetrieben, wenn sie darin besser werden. „Ich habe so einen Vergleichswert“, sagte er, „eine Benchmark. Und dieses Gefühl, den Gegner besiegt zu haben, das ist etwas, was uns tatsächlich antreibt.“ Dem zugrunde liegt das Bedürfnis nach sozialer Anerkennung. „Die ultimative Belohnungsgewährung ist die Achtung durch andere Menschen“, sagt Beck. Doch gerade an den Schulen wird eine Entwicklung sichtbar, die den wettbewerbsorientierten Leistungsvergleich zurückdrängt: Bei den Bundesjugendspielen an den Grundschulen stand über viele Jahrzehnte der Wettkampfgedanke im Vordergrund. Ab dem Schuljahr 2023/24 richtete sich der Fokus auf die sportliche Betätigung an sich. Die bundesweite Ausschreibung der Bundesjugendspiele sah vor, dass die Disziplinen Leichtathletik und Schwimmen in den Klassenstufen 1 bis 4 nur noch als bewegungsorientierter Wettbewerb ausgetragen wurden, nicht mehr als leistungsorientierter Wettkampf. So beschrieb es Tom Werneck in seiner Dissertation. (1) Beim Skisprung wird der Wind als beeinträchtigender Faktor in das Sprungergebnis einberechnet. Ob man Kindern deren Muskelmasse als beeinträchtigenden Faktor in das Ergebnis einberechnen könnte? Es dürfte ja immerhin auszuschließen sein, dass sich Kinder bereits bewusst Muskelmasse antrainiert haben.

Uwe Rosenberg

Quelle
Tom Werneck in seiner Dissertation: Spiele im Wandel – Die Evolution des modernen Brettspiels in Deutschland (1949-2000), Seite 339, 28. November 2024

Zuletzt bearbeitet: 31.12.2025 15:01
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