Johann Heinrich Pestalozzi
Nach einem Bild des Schweizer Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi ist das Kind der Baum und die Erzieherin die Gärtnerin bzw. der Erzieher der Gärtner – dafür Sorge tragend, dass der Baum gut gedeiht, seine Zweige entfaltet und Früchte ausbildet. Pestalozzi begriff den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele und entwickelte seine „Idee der Elementarbildung“: Kinder lernen besser, wenn sich Intellekt und Emotion mit praktischem Handeln paaren. Pestalozzi lehnte jede einseitige Entfaltung dieser Kräfte ab.
Am 12. Januar 1746 wurde Pestalozzi geboren, vor 180 Jahren. Er wuchs in bedrückenden Verhältnissen auf, die ihn zum Sonderling machten. Der Vater war Chirurgus, eine Mischung aus Barbier und Arzt, und konnte seine Familie kaum ernähren. Die Erfahrungen als Sonderling flossen in Pestalozzis Pädagogik ein: Der Unterricht sollte nicht erst mit dem Schuleintritt beginnen. Pestalozzi maß der Mutter eine große Bedeutung zu, nachzulesen in seinem pädagogischen Hauptwerk, „Wie Gertrud ihre Kinder lehrt“. Mehrere Versuche, eine Erziehungsanstalt für verwaiste Kinder aufzubauen, scheiterten. Mal fehlte die Unterstützung der Öffentlichkeit, mal hatte Pestalozzi Streit mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Schließlich sollten seine Bemühungen 1804 doch von Erfolg gekrönt sein. Endlich konnte er seine Konzepte praktisch erproben.
Uwe Rosenberg
Quelle
www1.wdr.de: Stichtag 12. Januar 1746, Vor 260 Jahren – Johann Heinrich Pestalozzi wird geboren, 12. Januar 2006