Eugen Oker bei „Was bin ich?“ – Teil 2
Nach Guido Baumann kam die Fernsehansage-Pionierin Annette von Aretin (1920-2006) an die Reihe. „Ist es auch ganz gut, dass Sie schreiben gelernt haben für Ihren Beruf?“ Oker stapelte tief: „Ist immer nützlich. Ich würde sagen, ja.“ Annette ließ nicht locker: „Kommt es auch vor, dass Sie beruflich schreiben?“ – Oker nickte. Klar, es war seine Haupttätigkeit als Journalist. „Würden Sie den Ausdruck Literat von sich weisen?“ – Oker sagte ganz bestimmt „Ja“. Es ging ja um Okers Selbsteinschätzung. Auf die Frage, ob das, was Oker fertigt, sich durch Farbe und Form auszeichnet, antwortete Lembke „Nein“. Es wurde ja eben nicht nach dem Spieleerfinder gefragt. Oberstaatsanwalt Hans Sachs (1912-1993) fragte ganz direkt: „Sind sie vielleicht Direktor eines Spielwarenmuseums?“ – „Nein.“ – Anneliese fragte, ob das, was er hergestellt hat, Freude bereitet. Oker dachte nicht an seine Verrisse und sagte ganz bestimmt „Ja“. Brauchte er Papier? – „Ja.“ – „Das, was aus dem Geschriebenen herauskommt, dient dem Spieltrieb der Menschen?“ – „Ja.“ – „Schreiben Sie Spiele?“ Hm. Hatte Anneliese die Silbe „Be-“ verschluckt? Es hörte sich fast so an. Guido fragte: „Sind Sie Journalist? Sie schreiben über etwas Bestimmtes? Er dauert noch mehrere Sätze. Dann: „Sie sind Kritiker von Spielen?“ Das Wort „Spielekritiker“ kam Guido nicht in den Sinn. Den Begriff kannte man damals, im Jahr 1971, auch noch nicht. Vor Oker stellte sich übrigens ein Spielbankdirektor dem Rateteam.
Uwe Rosenberg
Quelle
youtube.com: Was bin ich - Robert Lembke, 26. Januar 1971