Mein Haus, mein Auto, mein Bus

19.02.2026

Es war das moderne „Spiel des Lebens“ und es ist es heute noch viel mehr. Die Älteren unter uns werden sich daran erinnern. Zwei Spieler arbeiten sich in einem Sparkassen-Werbespot von 1995 daran ab, worauf es wirklich ankommt im Leben: „Mein Haus, mein Auto, mein Boot.“ (1) Die Aufforderung an die Spielerinnen und Spieler war klar. Und mit diesem Satz ging es los: „Möönsch, ewig nicht gesehen. Setz dich!“ Und los ging es. Folgenden Teil des Werbespots sollte man heute vielleicht nicht 1:1 so darstellen: „Meine Pferde (plopp, plopp, plopp) und meine Pferdepflegerinnen! (plopp, plopp, plopp)“.

Mit dem Untertitel „Mein Haus, mein Boot, mein Jet!“ nahm das Spiel „Protzen“ (Schmidt Spiele, 2000, Jürgen Grunau) Bezug auf diesen Werbespot. (2) Kontern war die beste Verteidigung. Andreas Keirat urteilte: „Aus dem eigentlich witzigen Thema ist ein langweiliges Kartenspiel gemacht worden.“ (3) Und dann 2012, der Sparkassen-Werbespot mit der konkurrierenden 08/15-Bank, die Fähnchen an ihre Filialen verteilen wollte. (4) Im Kartenspiel zu diesem Werbespot hätte man mit einer Filialen-Karte eine Sammlung eröffnen und mit darunter abgelegten Fähnchen die Sammlung wertvoller machen können – mittig auf jeder Karte die Gegenmaßnahme der Sparkasse, die selbstverständlich mit dem Ausspielen des nächsten Fähnchen unwirksam wird. Dieses Spiel hätte auch gerne langweilig werden dürfen. Es würde wohl wie „Protzen“ als Werbespiel wahrgenommen werden.

Uwe Rosenberg

Quellen
(1) Sparkassenwerbung, 1995
(2) Spielbox 4/00, Seite 55
(3) sunsite.informatik.rwth-aachen.de: Protzen
(4) passau.sparkasseblog.de: Mein Haus, mein Auto, mein Boot – 30 Jahre erfolgreiche Sparkassen-Werbegeschichte, 22. Juli 2020

Zuletzt bearbeitet: 05.02.2026 03:35
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