Waldorfpädagogik
Kinder und Erwachsene in lila Wollkleidern, schwebenden Ganges, ewig lächelnd. Blockflöte statt Computer, rhythmisch sprechen statt selbstständig denken. Alles Vorurteile. Letztlich geht es bei der Waldorfpädagogik auch um den Leistungsbegriff. Die Schüler sollen vielfältige Fähigkeiten entwickeln – „ohne Auslese“ bis hin zum Abitur. Die Schulkinder bekommen schriftliche Beurteilungen. Sie bleiben nicht sitzen. Musik, Theater, Tanz, bildnerisches und handwerkliches Gestalten, Fremdsprachen ab Klasse 1 sowie ein soziales und ein landwirtschaftliches Praktikum. Zwischen den Kindern sollen keine Unterschiede gemacht werden – weder im Hinblick auf die Herkunft noch auf die Begabung. Die Lehrkräfte bestimmen gemeinsam mit dem Elternrat, wie viel Gehalt sie bekommen, ob ein Gebäude gebaut oder eine Kollegin oder ein Kollege eingestellt wird. Die Eltern zahlen Schulgeld, gestaffelt nach dem Einkommen. Am 7. September 1919 wurde die Uhlandshöhe in Stuttgart als erste Waldorfschule überhaupt eröffnet. Der Stifter war Direktor einer Zigarettenfabrik. Er wollte den Kindern seiner Arbeiter eine zwölfjährige Bildung ermöglichen. Der Leiter der Schule war Rudolf Steiner. 1923, zwei Jahre vor seinem Tod, sagte er in einem Vortrag: „Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse.“ Und: „Der heutige Nxxxr ist kindlich, ist ein nachahmendes Wesen geblieben.“ (1) Mehr muss man über Steiner nicht wissen. Am 27. Februar 1861 wurde er geboren, vor 165 Jahren. Ihm wollen wir nur am Rande gedenken. Die Pädagogik soll im Vordergrund stehen.
Uwe Rosenberg
Quelle
(1) www1.wdr.de: Stichtag 7. September 1919, Vor 85 Jahren – Erste Waldorfschule eröffnet, 7. September 2004