Historische Serious Games – Monopoly für das Wohlbefinden
Der Wunsch, Kindern bei ihrem Krankenhausaufenthalt zu helfen, hatte einst zur Erfindung mancher Brettspiele geführt, die weniger der Ablenkung als vielmehr der Aufklärung dienen sollten. Ein Beispiel dafür ist „The Hospital Game“, das in den 1970er-Jahren von Elizabeth Crocker entwickelt wurde. Sie arbeitete mit dem Spieleautor James Johnson zusammen, um ein Spiel im Monopoly-Stil zu entwickeln, das Kinder auf einen Krankenhausaufenthalt vorbereitete, indem es ihnen die Röntgenabteilung, die chirurgische Station und andere Orte des Krankenhauses zeigte. Orte, an denen das Kind Behandlungen über sich ergehen lassen musste, wie z. B. das Anlegen eines Gipsverbandes für ein gebrochenes Bein. Krankenhausverwaltungen erkannten den palliativen Nutzen dieses Spiels für Kinder und so begannen viele Einrichtungen, spielbasierte Programme für ihre Patienten in Auftrag zu geben. Die Spielforscherin Doris Bergen hat in den 1970er Jahren z. B. ein Spielprogramm in der Kinderstation eines General Hospitals in Michigan mitorganisiert. Das Programm bot eine Reihe von Ressourcen, vom Spielzimmer bis hin zu einem Spielzeugwagen, der an die Patientenbetten geschoben werden konnte. Daran erinnern wir uns gerne und wünschen uns Gesellschaftsspielbeauftragte für alle Krankenhäuser. Eine hauseigene Bibliothek gibt es ja sehr oft.
Uwe Rosenberg
Quelle
Jon-Paul Dyson auf museumofplay.org: Play is the Best Medicine, 23. Februar 2024