Vor drei Jahren starb Klaus Teuber
Klaus Teuber hat einmal einen wunderschönen Einblick gegeben, wie das Erfinden eines Spiels ablaufen kann: Er wollte seinem ältesten Sohn stolz sein neustes Werk präsentieren. „Meine Frau war zwar nicht gerade in Spiellaune, tat mir aber den Gefallen und spielte mit. Glücklicherweise. Denn nach einer halben Stunde stand sie auf und meinte, das Spiel würde ihr überhaupt keinen Spaß machen. Sie müsste jetzt noch eine Waschmaschine füllen.“ Später zählte sie ihre Kritikpunkte auf: „zuviel Gewusel, zu umständlich und zu unübersichtlich.“ Zweifel bohrten sich in Teubers Brust. So beschrieb er es. Er kam zu dem Schluss, dass seine Frau Recht hatte. „Wenn man ein Spiel macht, kennt man den Spielablauf in und auswendig. Man setzt bei Mitspielern voraus, dass sie in ähnlichen Bahnen denken. In der Realität kann man das aber allenfalls bei sehr spielerfahrenen Menschen erwarten. Nun hatte ich den Ehrgeiz, auch meine Frau mit meinem neuen Spiel unterhalten zu wollen.“ Und das gelang dann auch. „Den einen oder anderen Sonntag, zugegeben nicht jeden, kommt es vor, dass meine Frau und mein Sohn eine Partie ‚Gnadenlos’ mit mir spielen möchten. Und dann freue ich mich, dass ich meine Frau ernst genommen habe.“ (1) Um dieses, heute eher unbekannte Spiel von Kosmos ging es damals. Man sieht: Spiele müssen getestet werden. Und die Mitspielenden können mit ihrer Rückmeldung gnadenlos sein. Sie müssen es aber nicht.
Uwe Rosenberg
Quelle:
(1) Brigitte Ditt, Wolfgang Ditt und Klaus Teuber auf poeppelkiste.de: Interview by Email, 21. Februar 2001