Möglichkeitsräume

28.05.2026

Der Möglichkeitsraum ist ein Begriff aus der Stadtentwicklung. „Möglichkeitsräume bezeichnen in der Stadtentwicklung physische, soziale und mentale Räume, in denen schon jetzt und durch imaginative, kreativ-experimentelle und gestalterische Prozesse mögliche nachhaltige Entwicklungen der Zukunft angelegt sind.“ (1) Sie lassen sich aber auch wunderbar nutzen, um Brettspielplots aufzuzeigen. Möglichkeitsräume dienen als Bindeglied zwischen den ludischen und narrativen Elementen in Spielen. Möglichkeitsräume stehen für die Plots, das Haus der Möglichkeiten für die Storyworld. Es sind die Räume, in denen die Spieler ihre Entscheidungen treffen. Bei Sandbox-Spielen ist der Möglichkeitsraum ein riesiger Saal, in dem alles erkundet werden kann, bei „Jump and Run“-Spielen ein langer Gang mit kleinen Nebenräumen. Bei vielen Computerspielen und den Abenteuer-Spielbüchern besteht das „Möglichkeitshaus“ aus einer Reihe von Räumen, die – unter Auslassung einiger Räume – nacheinander in zumeist fester Reihenfolge durchschritten werden. Bei vielen Brettspielen besteht selbiges Haus aus etlichen Räumen, von denen viele miteinander verbunden sind: Die Spieler streben im Spiel ein Zwischenziel an, erkunden also einen Möglichkeitsraum, erreichen das Zwischenziel, das sie sich gesetzt haben, und nehmen sich den nächsten Raum vor. Die Türen sind administrative Phasen, in denen die Spielfiguren zurückgenommen oder neue Karten aufgedeckt werden. Möglichkeitsräume sind Räume, in denen nicht die Handlung spielt (so wie in Büchern), sondern in denen Handlungsspielräume bestehen. Bei Buch und Film betrachtet der Rezipient den Möglichkeitsraum voller Handlungsstränge durch eine Glasscheibe und schaut zu, beim Brettspiel mischt er mit. Während der ganzen Partie.

Uwe Rosenberg

Quelle
(1) Sascha Jerome Kagan u. a. auf researchgate.net: Stadt als Möglichkeitsraum – Möglichkeitsräume in der Stadt: Eine Einführung, Januar 2019

Zuletzt bearbeitet: 21.04.2026 08:51
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